Kakteen sind seit einigen Jahren voll im Trend! Nicht nur als Pflanzen, sondern auch auf T-Shirts, Schlüsselanhänger oder Postkarten. Und das ist auch kein Wunder. Denn die stacheligen Schönheiten sind wahre Kunstwerke der Natur. Ein relativ klassischer Kaktus ist der sogenannte Feigenkaktus. In der Botanik wird er Optuntia genannt. Als Zimmerpflanze ist er pflegeleicht, genügsam und anspruchslos. Und zu guter Letzt können Feigenkakteen auch noch ganz einfach und unkompliziert über Stecklinge vermehrt werden. Was will man mehr?

Wenn du in der Vergangenheit bereits Sukkulenten vermehrt hast, hast du bereits einen großen Vorsprung. Das Wissen wird dir auch bei Kakteen weiterhelfen. Aber auch als Anfänger bekommst du es mit meiner Anleitung problemlos hin.

Kakteen können über Stecklinge vermehrt werden.

Alles was du brauchst um Opuntien-Kakteen zu vermehren

Im ersten Moment machen lange, große Stacheln mehr Angst. Aber häufig sind vor allem die kleinen, dünnen Stacheln besonders fies. Sie sind manchmal ganz weich und wirken unscharf. Sie bleiben aber ebenfalls in der Haut stecken und sind dann kaum zu entdecken. Man merkt lediglich, dass es sticht. Die Stacheln von Feigenkakteen haben häufig Widerhaken, was sie besonders fies machen. Mit folgendem Werkzeug wirst du das Umtopfen unbeschadet überstehen.

Das Vermehren eines Feigenkaktus ist nicht schwer. Die größten Erfolgschancen hast du, wenn du Stecklinge während der Wachstumsphase von April bis August gewinnst.

Du musst außerdem deine Hände ausreichend von den spitzen Stacheln schützen. Mit den genannten Werkzeugen und meinem Blogbeitrag lernst du Schritt für Schritt den sicheren Umgang mit Kakteen.

Feigenkakteen können mit wenig Werkzeug vermehrt werden.

1. Entferne die Stecklinge

Zuallererst musst du natürlich ein oder mehrere Stecklinge von der Hauptpflanze abtrennen. Die einzelnen Scheiben, aus denen ein Feigenkaktus besteht, werden auch Kaktusohren genannt. Die Hauptpflanze übersteht das Abtrennen eines Ohrs problemlos. Daher kannst du, wenn Freunden oder jemand aus der Familie einen schöne Kaktus hat, nachfragen ob du einen Ableger bekommst. Oder du vermehrst einen deiner Feigenkakteen um deine Sammlung zu vergrößern oder als Geschenk.

Da die Dornen wirklich scharfkantig sind, sollte dein erster Schritt bei der Arbeit mit Kakteen immer der sein, Handschuhe anzuziehen. Ich empfehle Handschuhe aus (Kunst-)Leder (hier auf Amazon), mit Nitrilbeschichtung (hier auf Amazon) oder spezielle Rosenhandschuhe (hier auf Amazon). Durch normale Gartenhandschuhe werden die Dornen eines Feigenkaktus wahrscheinlich durchpiksen.

Stecklinge mit einer Zange abbrechen

Fasse das Ohr, das du abtrennen möchtest mit der Zange an und breche es einfach von der Pflanze ab. So erhältst du einen sauberen Bruch, mit dem die Pflanze am besten umgehen kann.

Du kannst eine normale Grill- oder Holzzange verwenden. Spezielle Kakteenzangen (hier auf Amazon) haben den Vorteil, dass sie aus einem weichen Material sind. So werden die Dornen nicht beschädigt. Eine Alternative sind Grillzangen mit Silikonbeschichtung (hier auf Amazon). Sie sind nicht ganz so schonend wie Kakteenzangen, aber für mich waren sie immer ausreichend.

Das sind Stecklinge von Feigenkakteen.

Stecklinge mit einem Messer abschneiden

Wenn du Schwierigkeiten hast, das Kaktusohr abzubrechen, kannst du auch ein steriles, scharfes Messer verwenden. Schneide damit das Ohr ab. Wenn dein Messer nicht 100 % sauber ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der Schnitt infiziert. Die Mutterpflanze wird dann krank und kann eingehen.

2. Stecklinge trocknen lassen

Nun solltest du das Kaktusohr einige Tage trocknen lassen. Der Schnitt soll vollständig austrocknen und „heilen“, bevor es in Erde eingesetzt werden kann.

Wenn du von unterschiedlichen Feigenkakteen gleichzeitig Stecklinge ziehst, kannst du diese auch mit Filzstift beschriften. Mal auf alle Kakteen der gleichen Sorte ein Zeichen oder einen Buchstaben und vermerkt dir, wofür dieses steht. Dann kommst du später nicht durcheinander.

Klingt jetzt vielleicht komisch. Aber wenn all die Kaktus-Ableger nebeneinander liegen, ist es auf einmal gar nicht mehr so einfach, sie auseinander zu halten.

Wenn du die Stecklinge abgetrennt hast und die Schnittkanten getrocknet sind, ist es an der Zeit sie einzupflanzen!

3. Erde in die Töpfe füllen

Da es nun an das Einpflanzen geht, musst du natürlich zuerst Erde in die Blumentöpfe füllen. Die Kaktusohren werden sich schnell ausbreiten. Deshalb solltest du einen Topf verwenden, in dem der Steckling Platz hat. Da das Eintopfen mit Dreck verbunden ist, würde ich es wenn irgendwie möglich draußen machen.

Wenn du mit den Töpfen fertig bist, solltest du den Boden mit einer Plane abdecken. Lege anschließend die Stecklinge flach auf die Erde der Töpfe. Jetzt kommen ein paar wichtige Tipps, die einen großen Unterschied machen:

Stell die Stecklinge nicht aufrecht auf den Boden, sondern lege sie flach hin. Dadurch verhinderst du, dass sie umkippen oder von den Töpfen herabfallen.

Der Feigenkaktus am Fenster.

Mein persönliches Missgeschick

Als ich das erste Mal einen Feigenkaktus vermehren wollte, kannte ich diesen Tipp noch nicht. Ich habe damals nur die kleinen Kaktusohren hingelegt, weil die nicht stehen bleiben wollten. Als ich die Kakteen-Stecklinge dann in meine Wohnung hineinbringen wollte, sind alle umgefallen. Das gab vielleicht eine Sauerei und ich hätte mir fast meinen Holzboden zerkratzt.

Daher, leg alle Stecklinge erst einmal flach auf den Topf. So kann nichts schief gehen.

4. Gießen und Warten

Nachdem du die Kaktus-Steckling auf die Erde gelegt hast, musst du erst einmal warten. Gieße die Erde einfach ganz normal, als wäre ein ausgewachsener, verwurzelter Feigenkaktus darin. Auch über die Stecklinge kannst du Wasser laufen lassen. Du kannst die Erde für die nächsten Wochen recht feucht halten, d.h. häufig gießen. Dadurch wird das Wachstum der Wurzeln beschleunigt.

Versuche, dass die Erde auch unter dem Steckling feucht ist, damit er genug Wasser aufnehmen kann. Wenn sich Wasser auf den Stecklingen sammelt, kannst du dieses vorsichtig abschütteln. Im Normalfall sollte es reichen, dass du den Steckling leicht schief anhebst oder ihn etwas anstößt.

Es kann einige Tage, aber auch eine Woche dauern, bis sich neue Wurzeln an den Kaktusohren gebildet haben. Die Dauer hängt stark von der Feigenkaktus-Art ab die du verwendest und wieviel Feuchtigkeit sie abbekommen.

Mit zunehmender Vermehrung wachsen die Wurzeln durch häufiges Gießen deutlich schneller. Die Wurzeln bilden sich auf den gleichen Stellen, an denen sich die Stacheln befinden. Auf dem Bild siehst du die kleinen, gelben Austriebe. Das sind die Wurzeln.

Je größer das Kaktusohr der Opuntie ist, desto länger dauert es in der Regel auch, bis sich Wurzeln bilden.

Kaktus in Form eines Herz.

5. Feigenkaktus in die Erde setzen

Die sich nun Wurzeln gebildet haben, kannst du die Stecklinge einpflanzen. Verwende dafür eine trockene, nährstoffarme Aufzuchterde (hier auf Amazon). Wenn der Boden eine Temperatur zwischen 20 – 25 Grad hat, bilden sich die Wurzeln schneller aus.

In der ersten Woche nach dem Einpflanzen, solltest du den neuen Feigenkaktus gar nicht gießen. Auch in den nächsten Wochen ist es besser für den Kaktus, wenn er kaum gegossen wird. Er ist lange Dürreperioden gewohnt und es kann jetzt schnell zu Fäulnisbildung kommen.

Ein Feigenkatus ist die perfekte Deko für jede Wohnung.

Und das war´s auch schon

Jetzt bist du fertig und hast deinen Kaktus erfolgreich vermehrt. Jedes Jahr wachsen bei Feigenkakteen neue Pads und sie werden immer größer. Wenn sich bei den neuen Stecklingen ausreichend Wurzeln gebildet haben, entstehen neue Ohren, aus denen du dann wieder Ableger bilden kannst. Wenn du im Spätsommer Stecklinge einpflanzt, dauert es in der Regel bis zum nächstem Frühjahr. Im Winter wachsen Kakteen nicht groß, daher wird sich hier nicht viel tun.

Wenn du auf Blüten hoffst, musst du dich ein wenig gedulden. Im Normalfall blühen die neuen Feigenkakteen im ersten Jahr nach der Teilung nicht. Allerdings gibt es Ausnahmen.

Ein Feigenkaktus mit Blüte.

Im Frühling macht es außerdem Sinn, die neu gewonnenen Pflanzen zu düngen. Das wirkt sich positiv auf ihrem Wachstum und auch auf ihre Gesundheit aus. Im Winter solltest du davon Abstand nehmen, da es eher schädlich für die Kakteen ist.

Ich hoffe du hast durch diesen Artikel Lust bekommen, deine Kakteen zu vermehren. Wie du siehst ist es nicht besonders schwer. Bei mir hat es in der Vergangenheit eigentlich immer geklappt. Weder die Stecklinge, noch der Mutterkaktus sind eingegangen oder krank geworden.

Wenn du noch mehr über das Eintopfen von Kakteen erfahren möchtest, kannst du auch diesen Beitrag lesen.

Über diesen Link kannst du kleine, niedliche Feigenkakteen kaufen. Viel Spaß damit!

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